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Über unseren Verein...

 

Der Verein für Literatur Neuenhaßlau wurden 1925 gegründet.  Mit ca. 100 Mitgliedern, davon sind ca. 30 aktive Spieler, studieren wir jedes Jahr ein Theaterstück ein. Dieses führen wir im Herbst jeweils an zwei aufeinander folgenden Wochenenden Samstags und Sonntags in der Friedrich-Hofacker-Halle in Niedermittlau auf. Meist handelt es sich hierbei um Theaterstücke in 3 Akten aus dem Bereich Boulevard-Komödie.

 

Im Sommer 2007 wurde nach langjähriger Pause wieder eine Kinder- und Jugendgruppe, die "Hasselrother-Theaterkids", gegründet, die seitdem jedes Frühjahr ebenfalls sehr erfolgreich ein Theaterstück aufführen.
Alle Kinder und Jugendlichen (ab der 3. Klasse) sind gerne eingeladen bei uns mitzuspielen. Die Kinder- und Jugendgruppe trifft sich jeden Mittwoch von 17.00 -18.30 Uhr im Johannes-Heermann-Heim in Neuenhasslau.
Wenn Ihr Lust habt, kommt einfach vorbei!

 

Auch Erwachsene, die Lust und Laune haben als Teil der "Theaterbühne-Hasselroth" Theaterluft zu schnuppern, können sich gerne unter unserer Kontaktadresse oder mithilfe des Kontakt-Formulars melden.
Außer dem Spielen auf der Bühne, sind noch genügend Aktivitäten hinter der Bühne nötig. Hierzu zählen u. a. Arbeiten zum Bühnenbild, Schminken, Soufflieren, Technik (Beleuchtung, Ton usw.).
Hierfür Interessierte (mit oder ohne Erfahrung) sind uns immer willkommen!

 

 


Pressemitteilungen über unseren Verein und unsere Stücke:

In der Frankfurter Rundschau vom 18.04.2001 ...

Vom "Gewissenswurm" locker bis hin zu "XY ungelöst"

Der Verein für Literatur aus Hasselroth klingt staatstragend, spielt aber unterhaltsames Bauern- und Boulevardtheater

Von Detlef Sundermann

Verein für Literatur, das klingt elitär und angestaubt. Doch die Mitglieder des Neuenhaßlauer Vereins tragen weder die Nase hoch noch zitieren sie fortwährend Goethe und Kleist. Sie spielen deftiges Bauern- und heiteres Boulevardtheater mit dem einzigen Anspruch, die Leute zu unterhalten.

HASSELROTH. Wer Jens Fischer vom Verein mit dem leicht biederen Namen lauscht, hat schnell ein ganz bestimmtes Bild im Kopf - das von urwüchsigen, deftigen Laienspielschar. Schauspieler, wie sie möglicherweise vor hundert oder mehr Jahren über die Dörfer zogen, um Menschen zu belustigen und ihnen gleichzeitig auch manche Lebensweisheit zu verkünden. In dieser anarchischen Theatertradition sehen sich auch die Mimen der Neuenhaßlauer Truppe. Text lernen? Klar, aber "der Text muss nicht buchgetreu gesprochen werden", wehrt der Vorsitzende mit einem Lächeln Fragen zur Stücktreue ab. Er baut auf das Improvisationstalent. "Wir sind außerdem eins mit der Rolle", verrät der Vorsitzende das Gegengift für Texthänger und Verlust des Handlungsstrangs. Eine Spielart, die nie in die Vereinsstatuten geschrieben wurde, sondern allein aus dem persönlichen Zusammenhalt der Ensemblemitglieder entstand, erzählt der 29-jährige Fischer. Man kenne sich auch jenseits des Theaterspiels, aus der Freizeit oder gemeinsam verbrachten Urlauben. Als geschlossener Zirkel sieht man sich indes nicht. "Jeder Neuling wird sofort in die Gemeinschaft integriert".

Zum festen Spielerstamm zählen derzeit 30 Männer und Frauen zwischen 20 bis 70 Jahren. Ihre Wege in das Ensemble sind unterschiedlich. Jens Fischer etwa stieß vor zehn Jahren zu der Gruppe, rein zufällig. Wie so oft begleitete er seine Frau Nicole zu den Proben, als wieder eines Abends das Wort "Männermangel" die Runde machte. Die Mitspieler mussten den EDV-Fachmann nicht lange überreden... Seither ist er "Feuer und Flamme" für diese ganz spezielle Theater-Welt.

Gehören zum heutigen Repertoire leichtverdauliche Stücke aus dem Genre des Bauern- und Boulevardtheaters, so war dies nicht immer so. Der Verein kann auf eine mehr als 75-jährige Geschichte zurückblicken, die Höhen und Tiefen aufweist.

Die Vermutung, dass die damaligen Mitglieder im ländlichen Bildungsbürgertums zu suchen seien, kann Fischer nicht bestätigen. Zumindest wenn es ums Theaterspielen ging, soll der Platz der Arbeiter und Bauern bei den Aufführungen keineswegs nur im Publikum gewesen seien. Die sechs Gründungsmitglieder, allesamt Männer, hatten sich für die erste Aufführung das anspruchsvolle Stück "Clavigo" ausgesucht. Ob es ein Erfolg war, verschweigt die Chronik. Das Sextett war jedenfalls vom Tatendrang beseelt.

Zwei Monate nach dem Trauerspiel von Goethe widmete man sich dem volkstümlichen "Gewissenswurm", der aus der Feder des Österreichers Ludwig Anzengruber stammt. Der Kassenschlager kam jedoch erst knapp zwei Jahre später - mit der Operette "Im weißen Rößl".

Ab Oktober 1933 verblasste der Glanz der Theatergruppe. Von der Gleichschaltung der Vereine im sogenannten Dritten Reich blieben auch die Neuenhaßlauer Mimen nicht verschont. Ein Vereinsführer ersetzte nunmehr den Vorstand. Ob wirklich die niedrigen Temperaturen dafür verantwortlich waren, wie der Chronist meinte, dass das im Dezember des gleichen Jahres aufgeführte Stück "Bauern in Not" kaum Publikuminteresse fand, ist fraglich.

Die braunen Vorstellungen von einem Literaturverein scherte kaum noch jemanden im Ort. Selbst der Schriftführer machte sich zwischen 1934 und 1940 bei den Vereinssitzungen rar. Um ein drohendes Ende der Vereinsaktivitäten entgegen zu wirken, kommandierte der Vereinsführer die Mitglieder zu Leseabenden ab. Aber statt Schiller oder Heine gab es, selbstverständlich passend zur damaligen Diktatur, Hitlers "Mein Kampf".

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sich die Laienspielervereinigung wieder aufrapppeln und den alten Schwung suchen. Anfang der 60er Jahre standen die Akteure immerhin mit einigen Szenen vor der Kamera der Hessenschau. Eine Jugendgruppe etablierte sich und zeigte mit "Was ihr wollt" ihr Können. Offenbar so gut, dass der Schreiber eines Lokalblattes seinerzeit meinte, da habe man wohl Perlen vor die Säue geschmissen, erzählt Fischer die Anekdote. Zu den damaligen Erfolgen hörte auch der Aufbau eines Besucherringes, der unter anderem für starken finanziellen Rückhalt sorgte.

Der Schock kam 1968. Es war ein rabenschwarzes Jahr für den Verein, der Beginn einer fünfjährigen Aus-Zeit. Die Theateraktivität kam aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen zum Erliegen. Mit "XY ungelöst" meldeten sich die Mimen 1973 auf der Bühne zurück. Eine Jugendabteilung kam nicht mehr zu Stande. Die Zahl der Akteure wie auch der Aufführungszyklen hat sich seither stabilisiert. Im Herbst gibt es zur Aufheiterung der tristen Jahreszeit leichte, humorvolle Theaterkost, im Frühlings steht Nachdenklicheres auf dem Programmzettel. Drei Aufführungen gibt es jeweils.

Am 21., 22., und 28. April führt der Verein sein neues Stück "Genug ist nicht genug" von Nick Welsh in der Friedrich-Hofacker-Halle in Niedermittlau auf, Beginn ist am Samstag um 20 Uhr, am Sonntag um 17 Uhr.


Copyright © Frankfurter Rundschau 2001
Dokument erstellt am 17.04.2001 um 23:59:39 Uhr
Erscheinungsdatum 18.04.2001


 

 
 
Gelnhäuser Tageblatt vom 21. März 2001...
 
Vergnüglicher Abend mit totalen Chaoten

Literaturverein Neuenhaßlau spielte im Deutschen Haus
HASSELROTH. Zurück zu den Ursprüngen, zumindest was die Örtlichkeit betrifft, will der Verein für Literatur 1925 Neuenhaßlau seit seinem 75-jährigen Vereinsbestehen im vergangenen Jahr. Deshalb wurde das Deutsche Haus in Neuenhaßlau, in dem der Verein gegründet wurde und seine Heimat fand, am Samstag wiederholt zum Ziel der Theaterleute. Mit ihrem letztjährigen deftigen Herbststück „Die totalen Chaoten“ in drei Akten, das damals in der Hofackerhalle die Zuschauer begeisterte, hatte der Literaturverein auch hier die Lacher auf seiner Seite. Trotz Gottschalk und Fußball im Fernsehen waren mehr als sechzig Personen gekommen. „Wir wollen das beibehalten, ein Mal im Jahr im Deutschen Haus zu spielen“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende und Regisseur Roland Schneider, „auch für unser älteres Publikum, das nicht so mobil ist“.
 
Er wünschte einen vergnüglichen Theaterabend: „Haben Sie einfach viel Spaß“. Den hatten die Zuschauer. Angesichts des chaotischen Durcheinanders auf der Bühne meinte ein Besucher spontan: „Wie dehaam“. In zweistündiger Komödie begeisterten Klaus Dieter Kümmer als chaotisches Familienoberhaupt Max Musch, Almut Loquai als Gattin Paula, Sandra Semmel und Miriam Kasprzyk als Töchter Sarah und Maria mit ausgefallenen beruflichen Zukunftsaussichten, Klaus-Peter Wehr als Sarahs Freund Karl Skrzypekowsky, Jens Fischer als Polizist Hans Bitter, Klaus-Dieter Lux als Pfarrer und Heidi Strötz als schlagfertige Oma Musch.
 
 
 
Gelnhäuser Tageblatt vom 30.Oktober 2000... 
 
Durchgeknallte Komödie über totale Chaoten

Neuenhaßlauer Literaturverein brachte die Zuschauer in der Hofacker-Halle während der Jubiläumsaufführung zum Brüllen
HASSELROTH. Die signalfarbenen Plakate warnten seit Tagen vor einer „durchgeknallten Komödie“. Und so ganz sicher, was noch normal ist, war sich nach zwei Stunden keiner der 170 Zuschauer in der Hofacker-Halle Niedermittlau. Der Neuenhaßlauer Verein für Literatur glänzte zum Abschluss des Jubiläumsjahres mit dem Lustspiel von Walter G. Pfaus „Die totalen Chaoten“. Schon von der ersten Minute an stand das begeisterte Publikum lachend und klatschend Kopf. Regisseur Roland Schneider wies zu Beginn des Dreiakters darauf hin, nichts von dieser Alltagsfamilie solle allzu ernst genommen werden.
 
Später freute sich Schneider im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Reaktionen und der Zuspruch des Publikums eine Bestätigung für den Literaturverein, die Stückauswahl und den halbjährigen Probenmarathon unter erschwerten Bedingungen auf sich genommen zu haben. In leicht zu verfolgender Handlung gab es keine mühselig konstruierten Verwicklungen, sondern Spaß, Wortwitz und spontane Situationskomik, als I-Tüpfelchen garniert mit Urhässeler Dialekt.
 
Schon das gutbürgerliche Wohnzimmer als Spielort der Geschichte erwies sich als hoffnungslos zugemüllt: achtlos weggeworfene Handtücher auf der Stehlampe, mehrere zerlesene Ausgaben des Gelnhäuser Tageblatts, kullernde Bierflaschen, Dreck und Unrat „zieren“ die Wohnstube. Bis zu den Löchern in den Socken legten die Theaterleute mit gewisser Perfektion Wert auf die Darstellung eines schlampigen Haushalts. „Die ganze Familie ist chaotisch – nur ich nicht“ fand Maria, was die anderen Familienmitglieder natürlich abstritten. Maria (Myriam Kasprzyk), Tochter des im wörtlichsten Sinne stinkfaulen Familienoberhaupts Max Musch (Klaus Dieter Kümmer) wollte mit Hilfe der Kirche und insbesondere des Pfarrers studieren, Lehrerin werden. Sie scheint zu anständig für diesen Haufen und ist komplettes Gegenstück zu ihrer Schwester Sarah (Sandra Semmel), die mit durchsichtiger Bluse und superkurzem Glitzer-Minirock als „Dienstkleidung“ in zweifelhaftem Gewerbe schnelles Geld verdienen wollte.
 
Das war übrigens ein Tipp der Oma. In dieser Rolle glänzte Heidi Strötz als angeblich tüttelige Alte. Die 70-Jährige hatte ein Auge auf ihren Schwiegersohn geworfen, auf den Mini-Rock spekuliert und entsprach gewiss nicht den Vorstellungen von ihrem Alter. Die Ermahnungen Marias, recht nett zum Pfarrer zu sein, der seinen Besuch angekündigt hatte, fruchteten also nicht. „Diese Röcke sind ein Werk des Teufels“, rief der Pfarrer entsetzt angesichts des Fetzens Stoff aus, „deswegen ist bei mir da unten auch immer die Hölle los“, konterte Sarah, worauf die Oma sich wünschte, dass damit auch bei ihr ab und zu die Hölle los sei.
 
Aber wenigstens hatte die Oma ihre ganz eigene Aufgabe im Haushalt: sie war Briefmarken-Befeuchterin. Schwiegersohn und Hausherr Max Musch, Lebenskünstler, Alleskönner und deshalb gefragtester Mann im Ort, hat als Oberchaot seine Familie fast im Griff - Außer seiner unzufrieden maulenden Gattin Paula (Almut Loquai), die vor diesem Schlampladen schon lange resignierte. Klaus-Dieter Lux als Pfarrer hatte wie Klaus-Peter Wehr als Karl Skrzypekowsky, der Freund der anderen Musch-Tochter beim diesjährigen Stück Bühnenpremiere. Lux hatte sogar während der Premierenvorstellung in Hüttengesäß in der letzten Woche – ganz Profi, da vom Publikum unbemerkt – einmal die Situation gerettet. Was ein im Supermarkt geklauter Hase, ein mit Steinen getroffener, trompetender Nachbar, eine Zölibatsverstärkerin für das Bühnenstück bedeuten und warum Polizist Hans Bitter (Jens Fischer) auftaucht, Socken nach vierteljähriger Tragezeit einen ganz eigenen Geruch annehmen, können die Zuschauer am Samstag, 4. November, um 20 Uhr in der Hofackerhalle in Nieder-mittlau oder am Sonntag, 19. November, 15 Uhr in der Gemeindehalle in Nieder-Wöllstadt erfahren.